Mir macht´s einfach Spaß.

Ob es das Drehen auf der Töpferscheibe, das freie Aufbauen von Gefäßen oder Objekten, das Gestalten von Oberflächen oder das Experimentieren mit unterschiedlichen Brandverfahren ist, immer treiben mich Freude und Neugier.

Begonnen habe ich mit funktionalen Arbeiten. Immer mehr reizte mich jedoch das Experimentieren, der Prozess des Entwickelns einer Figur oder eines Objektes, das Vermitteln eines bestimmten Ausdrucks, das Schaffen einer Interessanten Form oder Oberfläche, das Verfremden oder Abstrahieren, um meine jeweiligen Vorstellungen umzusetzen.

Ich wähle die kleine Form, die man mit nach Hause nehmen kann, dort aufstellen, arrangieren kann, in unterschiedlichem Licht betrachten kann, die man anfassen und fühlen kann…

Ich lasse mich inspirieren von Gesehenem, von Gedanken, von der Natur, von diversen Künstlern, von unterschiedlichen Kulturen, von Techniken, von Materialien…

Die unendlich vielen Möglichkeiten in der Arbeit mit Ton, erlauben mir, immer wieder Neues zu entdecken, vielleicht abzuwandeln oder zu kombinieren, zu experimentieren, mich faszinieren zu lassen, zu staunen und Freude zu empfinden. Gleichermaßen wichtig bleiben für mich dabei zum einen das bewusste, zielgerichtete Anwenden meiner Erfahrungen zum Erreichen eines bestimmten Ergebnisses – und zum anderen, die aufregenden Möglichkeiten, die die Einbeziehung des Zufalls bieten kann.

Verschiedentlich wurde ich auf Märkten gefragt, wo oder bei wem ich denn studiert hätte. Auf meine Antwort, dass ich Autodidakt sei, reagierten einige, die von meinen Arbeiten eben noch fasziniert waren, mit plötzlichem Desinteresse. Kurios oder traurig? Es zeigt die Grenzen in den Köpfen. Wer die Fragen – Was ist Kunst? – oder – Wer ist ein Künstler? – abschließend beantworten kann, hat meiner Meinung nach einen (Kunst)Preis verdient.

Ein eigener Stil? Ich habe die Befürchtung, ein eigener Stil oder ein Wiedererkennungswert, lähmt die Kreativität und lässt einen immer nur noch das Gleiche in verschiedenen Variationen machen. Wo bleibt da der Spaß? Mein unruhiger Geist würde keine Ruhe finden, eine Weiterentwicklung fände nicht statt und irgendwann wäre es wahrscheinlich langweilig. Mich begeistern immer wieder neue Dinge, Ideen und Möglichkeiten. Natürlich komme ich auch mal auf schon dagewesenes zurück, aber dann, um damit wieder neue Möglichkeiten oder Ausdrucksformen auszuprobieren. So entstehen meine verschiedensten Arbeiten – wobei es Stimmen gibt, die sagen, bei aller Unterschiedlichkeit, kann man schon die gleiche Handschrift erkennen. Ist das nun gut oder schlecht, oder ist es einfach so?

Ich hoffe, Sie haben an meinen Arbeiten so viel Spaß, wie ich beim Schaffen derselben…

Micha Bräunig